Große periapkale Lyse und CaOH2-Extrusion

von Donald Becker

Bereits häufiger konnte ich beobachten, dass es bei Zähnen mit ausgedehnten apikalen Aufhellungen und weiten Foramina bzw. Neoforamina (nach WSR) im Verlauf der Liegedauer der medikamentösen Einlage zu einem „Austreten“ von CaOH2 kommt.

Nach den ersten dieser Beobachtungen, habe ich begonnen, die Lage der medikamentösen Einlage unmittelbar nach dem adhäsivem Verschluss der Zugangskavität zu dokumentieren.

So kann ein im Rahmen des temporären Verschlusses der Zugangskavität verursachtes Überpressen des CaOH2 ausgeschlossen, bzw. bewiesen werden.

Auffällig war nur, dass zwar das in der ersten Behandlungssitzung unmittelbar nach Verschluss erstellte Röntgenbild das CaOH2 klar innerhalb der Wurzelkontur darstellte, die in der zweiten Sitzung erstellten Aufnahmen jedoch eine Extrusion der medikamentösen Einlage zeigte, die nicht durch ein versehentliches Herausdrücken im Rahmen der maschinellen Aufbereitung oder mittels der schall- oder laserunterstützten Spülung erklärt werden kann.

Selbst vor Beginn der eigentlichen Behandlung erstellte Röntgenbilder zeigten dieses Phänomen, sodass eine iatrogene Ursache ausgeschlossen werden konnte.

Aus dem hier dokumentierten Behandlungsfall kann hinsichtlich der Mechanismen einiges abgeleitet werden.

Nichtbehandlung (1)

 

Nachfolgend möchte ich Ihnen einen gestrigen Fall vorstellen und Ihre Meinungen dazu einholen…

kurz zur Vorgeschichte:

Der 18-jährige Lion stürzte in der Nacht von Samstag auf Sonntag letzte Woche auf dem Nachhauseweg mit seinem Fahrrad. Daraufhin suchte er mit seinen Eltern in den frühen Morgenstunden die chirurgische Notaufnahme einer Universität auf.

Hier erfolgte in erster Linie eine Untersuchung zum Ausschluss eines möglichen Schädel-Hirn-Traumas (u.a. Kopf-CT etc.)

Da keine allgemeinmedizinischen Besonderheiten vorlagen wurde der junge Mann wieder nachhause entlassen.

Da er am nächsten Morgen weiterhin beträchtliche Schmerzen im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich hatte suchte er daraufhin auf eigene Initiative den kieferchirurgischen Notdienst der Universität auf.

Das dort angefertigte Orthopantomogramm sehen Sie hier:nichtbehandlung.001

 

Eine weitere Behandlung in irgendeiner Form erfolgte nicht.

Lion wurde gebeten sich Ende der nächsten Woche (also knapp 7 Tage nach dem Unfall) bei seinem Hauszahnarzt vorzustellen, um die betroffenen Zähne mit Kompositfüllungen restaurieren zu lassen.

Zur akuten Schmerztherapie wurde ihm die Einnahme eines nichtsteroidalen Antiphlogistikums empfohlen.

Aufgrund der weiter vorhandenen Schmerzsituation stellte sich Lion schliesslich am Mittwoch bei seinem Zahnarzt vor. Dort wurde diese Einzelzahnaufnahme angefertigt.

nichtbehandlung.002

Eine weitere Behandlung erfolgte nicht. Dem Patienten wurde empfohlen sich zur „bestmöglichen“ Behandlung bei uns vorzustellen.

Weiter geht es bei WURZELSPITZE.

Unknown apical object (UAO)

von Donald Becker

Das präoperative Röntgenbild liess neben der ausgedehnten periapikalen Aufhellung bereits weitere „Eckpunkte“ erkennen. Zustand nach Wurzelspitzenresektion, alio loco erfolgter Versuch der orthograden Revision und mindestens zwei verschiedene Fremdmaterialien periapikal.

Was jedoch verwunderte war die Röntgenopazität und die Form des unmittelbar am Neo-Foramen gelegenen Fremdmaterials.

Was könnte hier vorhanden sein? Wie wäre Ihr Vorgehen? Hier das meine nebst 22 Monate Recall.

Recall und Verlauf eines endodontischen Falles

Das Anliegen Fälle über einen möglichst langen Zeitraum nach zu verfolgen möchten wir gern, soweit es möglich ist erfüllen.

In diesem Fall mussten wir nach 5 Monaten feststellen, daß keine Heilungstendenz erkennbar war. Die schwierige apikale Anatomie ließ uns zusammen mit wieder auftretenden Beschwerden aktiv werden.

Weiterlesen auf Wurzelspitze

Diagnose des Tages 20191004 – Unklare Beschwerden Unterkiefer Seitenzahnbereich (Teil 4)

Das mit dem Zahn 27 etwas nicht stimmt, erschliesst sich schon aus den angefertigten zweidimensionalen Röntgenaufnahmen.

Das DVT zeigt dann die ganze bittere Wahrheit. Perforation des Zahnes im Bereich des distalen Pulpakammerbodens zur Seite hin. Die mesialen Wurzeln Zustand nach WSR ohne Retrofüllung, der vorhandene distobukkale Wurzelkanal ist bislang unbearbeitet und weist zudem eine kavernöse Erweiterung im mittleren Kanaldrittel auf.

Die Wurzelkanalbehandlung ist dennoch „business as usual“ für uns.
Die einzelnen Teilschritte wie folgt:

Orthograde Entfernung der „Wurzelkanalfüllung“ im Perforationsbereich
Deckung der Perforation mit Biodentine, interne Überdeckung mit Composite
WF – Revision der gefüllten Kanäle
Erschließung des bislang unbehandelten distobukkalen Wurzelkanals
Wurzelkanalaufbereitung
Medikamentöse Einlagen
Wurzelkanalfüllung

Die Patientin war nach/ist seit  der ersten Behandlung schmerzfrei.

Röntgenbilder und ein DVT – Video finden sich bei WURZELSPITZE.

Apikale Aufhellung

von Donald Becker

Die 45 Jahre alte Patientin wurde aufgrund eines radiologischen Zufallsbefundes vor einer geplanten prothetischen Neuversorgung an uns überwiesen.

Zahn 47 zeigt im Fremd-OPG eine scharf abgegrenzte, weichgewebsdichte, homogene Verschattung im Bereich der distalen Wurzel. Klinisch ist Zahn 47 vollkommen beschwerde- und symptomfrei. Die Sondierungstiefen liegen zwischen 2 und 2,5 mm. Der Zahn ist normal beweglich, weder palpatorisch druckdolent noch perkussionsempfindlich. Der Randschluss der leicht subgingival präparierten Vollkeramikkrone ist nicht ideal, da leicht überkonturiert. Anamnestisch konnten zu Beginn des Beratungstermins keine besonderen Vorkommnisse erhoben werden.

Die vergrößerte Betrachtung des 1 Woche alten OPG brachte eher Verwirrung als Klarheit. Die Aufhellung zeigt klar einen knochendichteren Saum. Distal des 47 finden sich darüber hinaus weiter kleiner, nicht mit dem Zahn in Zusammenhang stehende Aufhellungen.

Wie kann ein weiteres Vorgehen aussehen? Probetrepanation ohne Anästhesie, da der elektrische Sensibilitätstest aufgrund der Versorgung mit einer Vollkeramikkrone mit subgingivalen Kronenrändern nicht durchführbar ist? Abwartendes Verhalten? Weitere Bildgebung?

Die Auflösung gibt es hier.

 

Seltenere Anatomie (2)

Letzte Woche habe ich hier begonnen über den klinischen Fall eines Dens invaginatus zu berichten.

Die erste Schmerzbehandlung erfolgte in der Zuweiserpraxis.

Dens invaginatus_Lilly.001 Kopie

Initial wurde der Zahn dort trepaniert und nach NaOCl-Spülung mit einer Ledermix-Einlage versorgt. Der provisorische Verschluss erfolgte mit Cavit.

Aufgrund der klinischen Untersuchung und der gewonnenen 3D-Röntgen-Informationen war von uns folgendes weiteres Vorgehen geplant.

Weiter geht es hier.

Seltenere Anomalie (II)

Von Bonald Decker

Letzte Woche habe ich hier begonnen über den klinischen Fall eines Dens invaginatus zu berichten.

Die erste Schmerzbehandlung erfolgte in der Zuweiserpraxis.

Dens invaginatus_Lilly.001 Kopie

Das Weitere Procedere können Sie hier nachlesen…