Metalift (2)

Der Patient stellte sich mit einer irreversiblen akuten Pulpitis vor. Die Teilkrone wurde vor  6 Wochen eingegliedert.
Nach der Diagnostik und Beratung des Patienten haben wir uns auf Grund der intakten prothetischen Versorgung entschieden diese möglichst zu erhalten.

Die Befunde am Zahn 36:  keine pathologischen Sondierungstiefen, Lockerungsgrad 0, kein Perkussions- und jedoch Aufbißschmerz und akute anhaltende Schmerzen nach warmen und kalten Speisen, bzw. Getränken.
Diagnose: irreversible Pulpitis, verbreiterter Desmodontalspalt.

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Fall zum Wochenende – reden wir Tacheles …

Vielen Dank für die Kommentare zum Thema.

Ich möchte als Einstieg in den heutigen Beitrag einen Kommentar herausheben:

Abend! Ich versuche immer den Patienten in so einer Situation sozusagen in die Position des Patienten VORHER zu dirigieren:“ Tut mir leid das ich bei dem Patienten gerade eben mehr Zeit benötigt habe als ursprünglich eingeplant weil noch ein akuter Schmerzpatient versorgt werden musste, aber ich nehme mir für jeden Patienten die Zeit die benötigt wird um die Arbeit optimal auszuführen, und breche nicht mittendrin ab nur um einen weiteren Patienten zu sehen, das verstehen Sie doch sicher. Sie wollen doch sicher auch das ich mir für Sie die selbe Zeit und Sorgfalt nehme, oder? Danke für Ihr Verständnis, dann wollen wir jetzt mal loslegen!“

So mach ich das. Wenn der Patient dann noch schlecht drauf ist biete ich neuen Termin an…

Wie läuft das bei euch?

Bei uns oder besser bei mir ist es so, dass jede Wartezeit des Patienten mir körperliche Schmerzen verursacht. Ich spüre gewissermassen mein Magengeschwür wachsen, wenn dem nicht so sein sollte. Ein Kollege erzählte mir einmal (und ich glaube ihm), dass ihm ganz egal sei, wie lange die Patienten warten müssen, auch wenn es Stunden sind. Ich bewundere das, denn es macht das Arbeiten soviel leichter, aber ich kann das nicht. Ich möchte, dass die Patienten punktgenau behandelt werden und wir tun ganz ganz viel, damit es auch genau so ist. Ein pünktlicher Behandungsbeginn, auf die Minute genau, ist also kein blosses Lippenbekenntnis, sondern in jedem einzelnen Falle Ziel unserer Planungsbemühungen.

Im vorliegenden Fall kann ich nicht einmal sagen, woran es lag, dass besagte Patientin 30 Minuten warten musste. War es eine plötzlich sich auftuende Komplikation in der Behandlung des Patienten zuvor oder kam ein Patient zuvor spät, denn auch das kommt vor.

Was ich aber weiss, ist, dass besagte Patientin sich im Vorgespräch schon als „ich sag mal resourcenfordernder“ Patient vorgestellt hat. Soll heißen, es sind ganz ganz viele Aspekte der Behandlung sowie aller Behandlungsalternativen erklärungsbedürftig, jedes noch so kleine Detail erfährt eine aussergewöhnliche Aufmerksamkeit, der entsprochen wird, mit dem dafür notwendigen und gelieferten aussergewöhnlichen Zeitrahmen.

Und jetzt komme ich auf obigen Kommentar zu sprechen und möchte antworten: Natürlich tun wir das und haben dies oft genug getan in der Vergangenheit, dieses Entschuldigen, Erklären und um Verständnis bitten.

Aber soll ich was sagen.

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Wie weit ist weit genug?

von Donald Becker

Arbeitslänge und Arbeitsweite. Über diese beiden Werte kann man lange diskutieren. Am Ende der Diskussion steht jedoch immer die Entscheidung für eine, hoffentlich gut begründete, Vorgehensweise.

In den ersten endodontischen Fortbildungen, die ich Ende der 1990’er besuchte, wurde empfohlen den Durchmesser der apikalen Aufbereitung so weit zu gestalten, dass sie den Durchmesser der ersten Feile, die apikal mit Friktion eingebracht werden kann (First-File-To-Bind) um 3 ISO-Größen übertrifft.

Nur ist es im manchen Fällen, wie zum Beispiel in stärker gekrümmten oder s-förmig verlaufenden Kanälen, gar nicht so einfach, die Lage der Friktionszone zu bestimmen.



Ich nutze seit langem die Möglichkeit, im Mikroskop die „Beladung“ der Spanräume meiner Instrumente als Hinweisgeber zu nutzen, um so die Zielweite meiner Aufbereitung festzulegen.

Hier ein praktisches Beispiel.

Freitag Abend Youtube Video Episode 9

Diese Woche fand in New York das New York Greater Dental Meeting statt. Eine Art nordamerikanische IDS mit zusätzlichen Fachvorträgen und Kursen. Für Alle, die in diesem Jahr nicht teilnehmen konnten, eine musikalische Reise durch den „Big Apple“, die Stadt, die niemals schläft. Frank Sinatra bewusst ausgenommen, Frühstück bei Tiffany hatten wir schon hier.

Beginnen möchte ich mit zwei Beiträgen, die ich eher in die Rubrik „Nicht Mainstream“ einordnen würde, die aber beide die Ambivalenz, die New York in sich trägt, widerspiegeln. Nicht der gefälligste Einstieg, aber vielleicht gerade deshalb ein angebrachter.

Und hier noch eine Variante mit Miles Davis als „voice over“. Kompliment an den Mixer, als hätte der „Godfather of Jazz Trumpet“ seine Klänge original drübergelegt.

New York hat sich erneut gewandelt in den letzten Jahren. 
Schneller und schneller hat diese Stadt nach der 2008er Bankenkrise sich dem Turbokapitalismus wieder zugewandt. Nicht verwunderlich, wo sonst, wenn nicht hier. Unglaublich viele neue Wolkenkratzer und in den letzten Jahren eine stark zunehmende Zahl an Obdachlosen, die Seite an Seite mit den bei laufendem Motor auf ihre shoppende Kundschaft wartenden Luxuslimousinen sich die Bürgersteige teilen. Kommt alles wieder ? Hoffentlich bleibt es lediglich beim musikalischen Rückblick auf die Anfänge des Rap (nix LA, nix Compton, hier an der Ostküste, im Big Apple gings los). 3 Lieder aus dieser Zeit stilbildend und unvergessen bis heute. Mit der Sugarhill Gang (Sugar Hill liegt in Harlem) und Rapper ´s Delight begann alles. In dieser Zeit Adoleszente, mich eingeschlossen, können zumindest die erste Strophe mehr als 30 Jahre später noch Wort für Wort mitrappen. Die Basis des Songs, auch das damals eine Neuheit, heute ist Sampling ja gerichtlich anerkanntes Kulturgut, stammt vom congenialen Musikerduo Bernie „Bass- Gott“ Edwards und Nile „Gitarren-Gott“ Rodgers der Grippe Chic, der Song „Good Times“.

Kurz darauf folgte Kurtis Blow mit „The Break“. 
1982 dann Grandmaster Flash, mit „The Message“. 
Harter Text, zeigt die brutale Realität der damaligen Zeit, New York war kein Shopping Paradies und Städte-Trip Hot Spot, sondern der steingewordene Darwinsche Struggle for Life.

1985, als „It s Tricky“ veröffentlicht wurde, war sowohl Rap als auch Sampling schon Mainstream. Was man allein daran erkennen kann, dass gleich zwei Melodien verwendet wurden, zum einen das schon hier erwähnte „My Sharona“ von The Knack und „Mickey“ von Toni Basil, ein ebenso unsäglich furchtbares (Achtung Schweineorgel) wie für diese Zeit bezeichendes frühe 80er Jahre Lied.

Run DMC, Rap Trio aus Queens waren die ersten Hip Hopper mit einem Multi Platinum Album und vermutlich die ersten (und damit garantiert unbezahlten) Adidas Markenbotschafter des Musikbusiness.

Fehlt noch Brooklyn.
Die Beastie Boys. Vor Eminem die ersten und einzigen weissen Rapper (ich sag nur Vanilla „Fremdschäm“ Ice), die auch ausserhalb der weissen Hood Respekt fanden.

Heute ist das Alles Geschichte. Rick Rubin, der Produzent der Beastie Boys und von Run DMC hat sich weit über die Genre Grenzen hinaus unter anderem mit einem herausragenden Johnny Cash Album seinen Teil der Musik – Historie gesichert und Russell Simmons, neben Rubin der zweite Gründer des Def Jam Records Labels verkaufte schon 1999 seine Firma für 100 Millionen Dollar. Damals ein unglaublicher Deal, heute im Hinblick auf Hip Hop Milliardäre wie Dr. Dre oder Jay-Z vermutlich nur noch einen Zweizeiler in der Tageszeitung wert. Rap – you have come a long way! Respekt!

Zurück zu meiner Jugend. Und damit zu Billy Joel. 
Und ins nächste Borough der Stadt, die Bronx.

Was für ein Talent. 
Was für ein unglaublicher Songschreiber. Und für mich schon heute substanzieller Bestandteil des Great American Songbook nachfolgender Generationen.

Müsste ich für mich das Beste des Besten von Joel herausgreifen, es wäre 52nd Street als Ganzes und natürlich „Just the way you are“ vom Album „The Stranger“. Liebe Radiostationen, das Saxophonsolo am Ende des Liedes NICHT Ausblenden. 52nd Street war im Übrigen das erste Sony Pop Album auf CD überhaupt. Ich habe es NATÜRLICH auf Schallplatte gekauft. Damals. Von der Kritik wird Billy Joel im Übrigen bis heute ein wenig snobistisch überheblich belächelt. Musikkritiker ?!? Einst schrieb auch ein Kritiker über Tschaikowski s Violinkonzert, wenn Musik riechen könnte, dieses Stück würde stinken. Die Zuhörer sehen dies zurecht anders. Einmal im Monat reist Billy Joel mit dem Hubschrauber von seinem Landsitz in den Hamptons an und füllt den 12000 Zuschauer fassenden Madison Square Garden. Immer ausverkauft.

Unbedingt anschauen, den jungen Mann aus dem Publikum. New York State of Mind. Und ein bemerkenswertes Cover des musikalischen Enfant Terribles Leon Russel.

Udo Lindenberg hat im Übrigen schon in den 80ern eine grandiose Eindeutschung von New York State of Mind auf seinem Rock Revue 2 Album veröffentlicht.

52 Street war im Übrigen in Manhattan der Bereich, in dem in den 30ern bis 50ern der Jazz der Stadt sein Zuhause hatte. Vom Glanz vergangener Tage ist heute nicht mehr viel übrig. Zwar gibt es noch (oder wieder) die bekannten Jazz Clubs wie das Blue Note oder das Birdland. Diese sind aber weitestgehend Touristen Franchises, die es gilt, „busladungsweise“ streng zeitgetaktet durch ein musikuntermaltes überteuertes Abendessen zu pressen, auch wenn die Künstler und ihr Werk davon unbenommen herausragend sein können. Lobenswerte und deshalb gar nicht zuviel hervorzuhebende Ausnahme, das nach wie vor authentische „Village Vanguard“ in der 7th Avenue in Greenwich Village. In dem Christian Danzl, Olaf Löffler und ich vor ein paar Jahren ein grandioses Jazzkonzert mit (vom Leben stark gezeichneten und ohne dieses Wissen auf den ersten Blick befremdlich wirkenden, aber am Instrument so wunderbaren) Tom Harrell an Trompete /Flügelhorn und dem von mir ebenfalls hochgeschätzten Wayne Escoffery am Saxophon erleben durften.

Der Broadway ist die andere berühmte Musikstrasse der Stadt. 
Wenn wir, musikalisch besehen, vom Broadway sprechen, dann ist der „Theater District“ gemeint, Ort des Musicalgeschehens der Stadt. George Benson hat dem mit seinem Song „On Broadway“ ich zitiere „cause i can play this year guitar and i won´t quit til I m a star“ ein musikalisches Denkmal gesetzt. Und dort, wo 7th Avenue und Broadway sich kreuzen, wie die Pet Shop Boys es in New York City Boy besingen, liegt der Times Square. Fehlt nur noch der Central Park, diese bemerkenswerte, größer als Monaco sich darstellende Grünfläche inmitten Manhattans, Schauplatz einiger legendärer Freiluftkonzerte. Das wohl berühmteste möchte ich herausgreifen, wir hatten es ja schon in dieser Rubrik mit Schlagzeugern, Simon and Garfunkel, Steve Gadd an den Drums mit seinem legendären Drum-Intro zu „50 ways to leave your lover“.

Als Zugabe noch. New York im Film und TV. Ein paar wenige (in New York stolperte man fast täglich über Drehplätze von Film – und TV-Produktionen) im Anschluss. Kurz vor Weihnachten darf natürlich „Kevin Allein in NY“ nicht fehlen. Musik von John Williams ! Hörenswert !

Schönes Wochenende und einen frohen 2. Advent !

Fall für s Wochenende – Extraktion Ja oder Nein ?

Die Patientin war aufgebracht. Regelrecht wütend.
Sie müsste jetzt mal ihren Ärger los werden. Eine halbe Stunde habe sie bei uns jetzt warten müssen. Was stimmte. So sehr wir auch versuchen, pünktlich (heisst on time, maximal die akademische Viertelstunde ausschöpfend) die Behandlung zu beginnen, es gelingt uns nicht immer. Ich persönlich wäre bereit, auf den Behandler meiner Wahl 30 Minuten zu warten, aber da gehen offensichtlich die Meinungen drastisch auseinander. 

Wenn es doch wenigstens ein einfacher Fall wäre, um den es ginge, aber dem war nicht so.

Das Röntgenbild zeigt an Zahn 46 deutliche apikale Aufhellungen, zusätzlich eine interradikuläre Knochendestruktion sowie distal einen ausgeprägten vertikalen Knocheneinbruch. Keine banale Situation, die zumindest idealerweise einen hoch complianten Patienten voraussetzt. Was die Dame ganz offensichtlich nicht zu sein schien. Dabei hatte sie doch noch in der Beratungssitzung zuvor ihren unbedingten Willen zum Zahnerhalt zum Ausdruck gebracht.

Jetzt seid ihr, geschätzte Leser gefragt: 
Wie umgehen mit der Situation und mit der Patientin ?

Bitte fleissig die Kommentarfunktion nutzen. 
Ich werde am Dienstag berichten, wie es in der Sache weitergegangen ist.

Chance Pulpotomie

Donald Becker und Freunde vom Dezember 2016

Dieser im September 2016 in diesem Blog eingestellte Trauma-Fall erregte die Gemüter. 44 Kommentare zeugen davon.

Hier ein kurzes Update zum bisherigen Behandlungsverlauf.

Eine Woche nach Erstvorstellung wurde in lokaler Anästhesie und nach absoluter Trockenlegung, die palatinal subgingival gelegene Bruchkante freigelegt. Nachdem die vorhandene Restauration entfernt war, wurde der Defekt zunächst adhäsiv versorgt. Dabei wurde die Palatinalfläche zur Vorbereitung der absoluten Trockenlegung so verändert, dass eine Butterfly-Klammer sicher platziert werden konnte. Die Röntgenbilder zeigen, wo es Unterschiede zur Erstversorgung gibt.

Nach Eröffnung des Pulpakavums zeigte sich das mit der temporären Füllung in Kontakt befindliche Pulsahorn putride zerfallen. Daraufhin wurde das vitale Gewebe hochtourig mit einem diamantierten Instrument weit im Gesunden reduziert. Nach ausgiebiger Irrigation mit NaOCl erfolgte die Einlage eines Double-Mix-Antibiotikums in einer Dosierung von 1mg/ml. Da in der unteren Wurzelhälfte ausreichend vitales Gewebe vorhanden war, wurde die ursprünglich angedachte Revaskularisierungstherapie in eine tiefe Pulpotomie abgewandelt.

Nach adhäsivem Verschluss wurde der zweite Teil der Pulpotomie zwei Wochen später durchgeführt. Der Zahn war mittlerweile vollkommen symptomlos. Zum ersten Termin wies 21 noch eine deutliche palpatorische Druckdolenz und eine Perkussionsempfindlichkeit auf.

Das vitale Gewebe wurde nach erneuter Spülung und Entfernung der medikamentösen Einlage mit MedCem abgedeckt. Anschliessend konnte der Zahn adhäsiv verschlossen werden.

2 Monate später erfolgte die erste radiologische Kontrolle. Die periapikale Aufhellung zeigt sich bereits deutlich reduziert.

Und ich kann mir nicht helfen, aber das Wurzeldickenwachstum scheint bereits ein wenig zugenommen zu haben. Bleibt zu hoffen, dass die Nachkontrollen zeigen können, dass der Therapieansatz erfolgreich war.

Sensibilitätsstörung nach Initialbehandlung

von Donald Becker

Endodontische Notfallbehandlungen führen nicht immer zum vollständigen Abklingen der bestehenden Beschwerden. Eine der häufigsten Gründe ist dabei die nicht vollständige chemo-mechanische Aufbereitung bei der initialen Behandlung. Direkt gefolgt von koronalem Leakage, dass nicht immer in Form eines insuffizienten Restaurationsrandes oder einer unbehandelten Karies vorliegen muss. Es reicht auch eine Infraktur mit Kontakt zum Pulpakammerhohlraum.

In nachfolgendem Fall kamen beide Ursachen zum Tragen. Der die distale Randleiste des Zahnes 47 bis kurz zum Kanaleingang  durchziehende Haarriss kann als Eintrittspforte der bakteriellen Kontamination angesehen werden, da der Zahn bis zum Auftreten der Beschwerden vollkommen restaurationsfrei war.

14 Tage vor der Erstvorstellung in unserer Praxis erfolgte im Notdienst die Trepanation des 47 und eine medikamentöse Einlage. Die Zugangskavität war mit Cavit verschlossen worden. Das okklusale Relief blieb unverändert. Nach anfänglicher Besserung traten nach einigen Tagen erneut Aufbissbeschwerden auf.

Zum Beratungstermin, einem Freitag, wies der Zahn eine deutliche Perkussionsempfindlichkeit, jedoch keinerlei palpatorische Druckdolenz auf. Die Beweglichkeit war gering erhöht. Die Sensibilität im Bereich des rechten Unterkiefers war normal. Das präoperativ erstellte DVT ließ einen deutlichen Abstand der Apizes des 47 zum N. alveolaris inferior erkennen.

Um einen zeitnahen Behandlungstermin zu ermöglichen, wurde der Tagesplan des folgenden Montags durch Umorganisation so verändert, dass ein ausreichendes Zeitfenster für eine suffiziente Erstbehandlung (adhäsive Versorgung des Haarrisses, okklusale Umgestaltung mit Beseitigung exkursiver Frühkontakte und Reduktion der Kontakte in IKP, sowie vollständige chemo-mechanische Aufbereitung) zur Verfügung stand.

Zum Behandlungstermin hatte sich die Situation jedoch dramatisch verändert. Vom rechten Mundwinkel bis hin zur Mitte der Unterlippe und hinab bis zum rechten Kinn bestand 4 Tage nach der Erstvorstellung eine vollständige Anästhesie, die auf eine akute Exazerbation der apikalen Parodontitis zurückzuführen war.

Den Behandlungsverlauf und die Behandlungsdokumenation gibt es hier auf Wurzelspitze.

Fehlendes mesio-bukkales Kanalsystem

Überweisungen von Patienten, bei denen es alio loco bisher nicht gelungen ist alle Kanalsysteme aufzufinden und zu präparieren zählen bei uns zu den eher dankbaren Aufgaben.

In Zukunft möchte ich immer mal wieder solche Fälle vorstellen, um das Auge des OCNDO- Lesers für die intrakoronale Anatomie zu sensibilisieren…

lesen Sie hier, wie der Fall weiterging.

Metalift

Im letzten Beitrag habe ich geschrieben. Die Krone wurde mit dem Metalift entfernt.

Es kam keine Nachfrage. Also kennt jeder den Metalift und dieser Artikel ist vielleicht für den einen oder anderen weniger interessant.
Da ich den Metalift sehr wertschätze, schreibe ich doch etwas dazu.
Für mich ist es das TOOL um Kronen, Teilkronen und Inlays mit einer Edelmetallegierung zu entfernen und ggf. wieder (nach Reparatur) einzusetzen!

Auf Wurzelspitze diesen Beitrag weiter lesen.

Tiefe Gabelung mit 90 Grad nach distal

von Donald Becker

Die im Vorfeld der Behandlung mehrwurzeliger Zähne angefertigten DVT tragen in aller Regel zu meiner Entspannung bei. Die zu überwindenden Hürden können im Vorfeld visualisiert und die ideale Vorgehensweise kann vor Behandlungsbeginn erdacht werden.

Somit reduziert sich das in früheren Jahren häufiger erlebte Überraschungsmoment und der oftmals damit verbundene Stress.

In diesem Behandlungsfall war es genau umgekehrt. Das Wissen um die in der distalen Wurzel des 46 nach einer 90 Grad nach distal verlaufenden Krümmung noch auf mich wartende Aufgabelung erhöhte mein Stresslevel enorm. Wird es möglich sein, die Aufgabelung mit vorgezogenen Handinstrumenten zu instrumentieren? Wie hoch ist das Risiko einer Instrumentenfraktur? Werde ich in der Lage sein, diese Kanalstrukturen zu obturieren?

Die vollständige Dokumentation der durchgeführten Behandlung und den Lösungsweg gibt es bei Wurzelspitze.